SAR4Infra

Bewegende Infrastruktur beobachten

Entwicklung einer automatisierten Prozesskette zur fernerkundlichen Detektion, Erfassung und Beobachtung von Gefährdungen der Verkehrsinfrastruktur in Schleswig-Holstein

Überwachung von Verkehrsinfrastrukturen während und über ihre nominelle Lebensdauer hinaus ist eine der Schlüsselaufgaben der Geodäsie. Erst kürzlich zurückliegende, dramatische Ereignisse, die sich auf deutschen Verkehrsnetzen ereignet haben, wie die Sperrung der Rheintalbahn im Somer 2017 bei Rastatt aufgrund eines Erdfalls oder die Absenkung von 2017 der A20 bei Tribsees, deuten auf die dringende Notwendigkeit hin, großflächig und kontinuierlich den tatsächlichen Gesundheitszustand von Verkehrsinfrastruktur zu erfassen.

Bodenbewegungen, wie Hebungen, Senkungen oder auch Hangrutschungen, können zu Schäden an Infrastrukturen führen. Eine frühzeitige Detektion solcher Deformationen ermöglicht rechtzeitige Sanierungsmaßnahmen, um eine potenzielle Einsturzgefährdung zu verhindern.
Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geförderte Projekt SAR4Infra ermöglicht durch den Aufbau eines automatisierten Systems eine frühzeitige Erkennung von Deformationen oder Bewegungen im cm-Bereich, welche die Verkehrsinfrastruktur wie Straßen, Schienen oder Brücken gefährden. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein, dem Institut für Photogrammetrie und Geoinformation Hannover und dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Lübeck sollen existierende interferometrische Auswerteverfahren soweit weiterentwickelt werden, dass aus den gewonnenen Punktinformationen eine sich dynamisch und in Nahe-Echtzeit aktualisierende Risikoabschätzungskarte abgeleitet kann, welche es ermöglicht die potenziell gefährdete Infrastruktur Schleswig-Holsteins zu identifizieren. Durch die flächenhafte und kosteneffiziente Nutzung von S1-Copernicus-Daten bietet SAR4Infra einen echten Mehrwert gegenüber den klassischen, punktuellen terrestrischen Vermessungsverfahren, die bislang zur Überwachung von Verkehrsinfrastruktur eingesetzt werden.

FERN.Lab unterstützt in diesem Projekt die Operationalisierung und das Upscaling der erstellten Prozesskette, um eine ressourcenschonende, performante Radardatenprozessierung und Erstellung der Risikokarte auf Bundeslandebene zu gewährleisten. Außerdem wird mit Hilfe von FERN.Lab eine Integration der Prozesskette in CODE-DE und die Integration der Risikokarte in ein länderspezifisches, digitales Behördensystem realisiert.

FERN.Lab Prozesskette

IDENTIFY & COLLECT
COMBINE & PROCESS
ANALYSE & TEST
IMPLEMENT & APPLY
API Erstellung

Projektpartner

Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein,
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein,
Institut für Photogrammetrie und GeoInformation (IPI) der Leibniz Universität Hannover

Projekt OverFly

Projekt CropClass